Wildpferde im Merfelder Bruch

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Dülmener Wildpferde

Die Dülmener Wildpferde - einzigartig in Europa

Als „Stadt der Wildpferde“ ist Dülmen weit über die Grenzen von Nordrhein-Westfalen bekannt. Einige Kilometer westlich der Stadt ist das einzige Wildpferdegestüt auf dem europäischen Kontinent beheimatet – im Merfelder Bruch, einem weitläufigen Moor- und Heidegebiet.

Öffnungszeiten

Die Wildpferdebahn öffnet interessierten Besuchern in der Zeit vom 1. März bis zum 1. November am Wochenende und an Feiertagen in Nordrhein-Westfalen von 10 bis 18 Uhr ihre Tore.

Auf einem Rundgang kann die friedlich grasende Herde mit den spielenden Fohlen beobachtet werden. Wer sich ein wenig Zeit nimmt, kann dann auch als Laie das instinktive Verhalten der Tiere im Herdenverband erkennen.

Besuchergruppen können bei rechtzeitiger Terminvereinbarung die Wildpferde montags bis freitags unter sachkundiger Führung beobachten.

Reizvolle Ausflugsprogramme zur Wildpferdebahn wie zum Beispiel Fahrradtouren oder auch Planwagenfahrten bietet die Touristikagentur von Dülmen Marketing an. Weitere Informationen zu den Wildpferden und dem traditionellen Wildpferdefang gibt es auch unter www.wildpferde.de.

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt werden die Wildpferde von Dülmen im Jahr 1316. Damals sicherte sich der Herr von Merfeld in diesem Gebiet neben Fischerei und Jagd auch das Recht an den „Wilden Pferden“. Der Merfelder Bruch umfasste ursprünglich eine Fläche von rund 4.000 ha, deren Besitz und Bewirtschaftung sich der Gutsherr und die Bauern von Merfeld teilten.

Noch zu Beginn des vorherigen Jahrhunderts gab es in Westfalen mehrere Wildbahnen – also Gebiete, in denen die Wildpferde ohne menschliche Kontrolle lebten. Mit der Teilung der Marken und dem Wachsen der Siedlungen verschwanden diese Gebiete aber nach und nach. Die Teilung der gemeinschaftlich genutzten Grundflächen des Merfelder Bruchs in der Zeit zwischen 1840 und 1850 hatte jedoch nicht das Ende der dort lebenden Wildpferde zur Folge. Dies ist das Verdienst der Herzöge von Croy. Sie ließen die Wildpferde einfangen und boten ihnen auf der Wildpferdebahn einen neuen Lebensraum, der bis heute erhalten blieb.

Die eingezäunte Fläche des Merfelder Bruchs umfasst heute eine Fläche von rund 3,5 Quadratkilometern. Hier sind die Pferde völlig sich selbst überlassen. Die Herde besteht samt Fohlen im Durchschnitt aus rund 300 Tieren. Das Gelände aus Weide, Moor, Heideflächen, Birkengestrüpp sowie Hochwald mit Nadelwäldern und Eichenbeständen bietet abwechslungsreiche Nahrung und ausreichend Deckung und Schutz. Die Wildlinge – wie die Pferde genannt werden – leben das ganze Jahr über ohne Zufütterung im Freien. Nur bei strengem Frost und Schnee werden sie an einigen Futterstellen mit Heu aus der Wildbahn versorgt. Stallungen benötigen die Tiere nicht, Unterstand vor Schnee und Regen finden sie in den Wäldern. Ein dickes Winterfell schützt die Tiere vor der Kälte. Auch mit Krankheiten und Geburten müssen die Tiere völlig ohne tierärztliche und andere menschliche Hilfe auskommen. Sie unterliegen damit völlig der natürlichen Selektion, ganz so wie in freier Wildbahn.

Diese natürlichen Bedingungen haben das „Dülmener Wildpferd“ zu einer der härtesten und anspruchlosesten Pferderassen werden lassen. Strenggenommen können die Dülmener Wildpferde zoologischen allerdings nicht mehr als reine Wildpferde eingestuft werden. Die 1,30 bis 1,35 Meter großen Pferde (Stockmaß) lassen mehr oder weniger die Merkmale der Domestizierung und Zuchteinflüsse erkennen. Dies zeigt sich äußerlich an der Hängemähne und dem Stirnschopf. Das Auftreten von Tieren mit mausgrauer und falber Färbung lässt aber auf reichlich vorhandenes Blut der Urwildpferde schließen. Die Falben gehen zurück auf das mongolische Wildpferd, das auch Przewalskipferd genannt wird. Die Grauen dagegen führen das Blut des Tarpan in sich, jenes südrussischen Pferdes. Welches lange Zeit als letztes echtes Wildpferd Europas angesehen wurde. Die beiden Gruppen zeigen außerdem an den Vorderbeinen und Hinterbeinen schwarze Zebrastreifen sowie ein Schulterkreuz. Als sogenanntes „Primitivpferd“ tragen sie den schwarzen Aalstrich, der aus der Mähne kommend über den Rücken bis in den Schweif verläuft. Die dunkelbraunen „Exmoorpferde“ erkennt man an dem Mehlmaul, an den hellen Augenrinnen, den hellen Flecken und dem aufgehellten Hinterteil.

Der Wildpferdefang im Merfelder Bruch

Eine außergewöhnliche Veranstaltung auf der Wildbahn wird jedes Jahr aufs Neue zum Publikumsmagneten für die Dülmener Bevölkerung sowie für Touristen von nah und fern: Der Wildpferdfang im Merfelder Bruch. Dabei werden die einjährigen Hengste der Herde von Fängern mit der Hand eingefangen. Dafür benötigen die Fänger Geschicklichkeit, Kraft und Ausdauer und nicht immer glückt es auf Anhieb, die Jährlinge zu fangen. Doch auch wenn ein junger Hengst zunächst entwischt, ist sein Glück nicht von langer Dauer.

Sind die Tiere erst einmal eingefangen, werden sie gechipt und sind so ein Leben lang als Dülmener Wildpferd des Herzogs von Croy zu identifizieren. Anschließend erfolgen eine Verlosung und eine Versteigerung der Hengste. Die Eintrittskarten für die Veranstaltung sind meist Monate im Voraus ausverkauft.

Beim Wildpferdefang werden die jungen Hengste von der Herde getrennt. Durch das Einfangen der Hengste wird die natürlich Auslese ersetzt. Nur ein Deckhengst bleibt bis zum Herbst bei den Stuten der Herde. Würden mehrere Hengste bei der Herde bleiben, wäre auf dem begrenzten Raum der Wildbahn die Gefahr von Inzucht und gefährlichen Rangkämpfen gegeben. Damit wäre der Bestand der Herde insgesamt gefährdet. Anders als die Hengste leben und sterben die Stuten hingegen in der Wildbahn.

Die eingefangenen Jährlinge verlieren nach dem Einfangen schnell die Scheu vor dem Menschen. Bereits nach kurzer Zeit fassen sie Vertrauen. Wenn sie gezähmt sind, können sich ihre neuen Besitzer über ein robustes und zuverlässiges Freizeitpferd freuen. Dem „Dülmener“ wird Klugheit und ein gutmütiger Charakter zugeschrieben. Er ist genügsam, ausdauernd und erreicht ein hohes Lebensalter. Nach gründlicher Vorbereitung werden die Tiere im Alter von drei oder vier Jahren als Kutschwagenpferde eingespannt und dienen vor allem Kindern und Jugendlichen als Reitpferd. In der reizvollen Landschaft der Münsterschen Bucht haben die Wildlinge zwischen Heide und Moor bisher alle Stürme der Zeit überstanden.

Dem Traditionsbewusstsein der Herzöge von Croy ist es zu verdanken, dass uns im Zeitalter der Technik die Wildpferdebahn als einzigartiges Naturdenkmal erhalten geblieben ist.